Nach dem ersten Reinigungstag wurden zwei Bestellungen aufgegeben: natürlich waren Filme essentiell und die habe ich gleich bei Khrome in Hamburg bestellt: ich war neugierig und hab mich für zwei Metropolis Farbfilme von Lomochrome sowie für Schwarz-Weiß jeweils zwei Stück Ilford XP2 400 und Fujifilm Across bestellt. Das war sicher mehr als genug für den anstehenden Urlaub.
Als weiteres hab ich neue Lichtdichtungen benötigt. Für diese bin ich bei ausgeknipst in Würzburg fündig geworden. Dort kann man kleine Dichtungssets bestellen, die für viele gängige Kameras passen.
Die Dichtungen kamen rechtzeitig vor dem Urlaub an. Bei den Filmen gab es ein kleines Missverständnis – das hatte ich jedoch selbst bei der Bestellung verursacht und Khrome traf dafür keine Schuld. Ich begann allerdings bereits, mir Sorgen zu machen, ob die Lieferung noch rechtzeitig vor der Reise bei mir ankommt, denn in Erlangen gab es im August Probleme mit Paketzustellungen …
Aber der Support von Khrome ist einfach klasse! Ich hatte Kontakt aufgenommen und da wir auf dem Weg nach Nordjütland an Dänemarks Nordseeküste bei meinem Freund Steffen in Hamburg einen Zwischenstopp einlegen wollten, konnte ich die Bestellung problemlos dorthin umleiten. Das klappte prima und die Sendung war kam bereits am übernächsten Tag dort an – 2 Tage vor unserer geplanten Ankunft in der Alsterstadt. Dazu von mir nochmal ein ganz dickes Dankeschön an Khrome!
Nach der Ankunft in Dänemarks Norden begann der Urlaub erstmal ganz entspannt nach dem Motto „Erstmal ankommen und die Atmosphäre genießen“. Am zweiten Tag streifte mein Blick dann doch über das Khrome-Päckchen mit den Filmen: natürlich wollte ich den Metropolis Farbfilm rasch ausprobieren – der Film lag da bereit und wollte definitiv eingelegt werden!

Jedoch bevor ich mit guten Gewissen einen der neuen Filme einlegen konnte gab es noch etwas zu erledigen: die Lichtdichtungen!

„Das kann doch eigentlich nicht so schwer sein.“ war mein erster Gedanke und suchte mir einen windgeschützten Platz draußen am Ferienhaus, machte mir eine frische Tasse Kaffee, packte das Isopropanol für die Reinigung, ein paar Utensilien, kleines Werkzeug und Reinigungstücher aus und machte mich dann ans Werk.
Am ehesten lässt sich die Arbeit an den Dichtungen in drei Bereiche einteilen:
- Die „Bumper“ im Spiegelraum, um den Spiegel beim Hochklappen auf einem Polster zu stoppen,
- die Scharniere an der Rückwand,
- die kleinen Schlitze, die oben (unterhalb des Suchers) und unten entlang des Gehäuses laufen und die Rückwand passend aufnehmen.
Dabei haben alle Bereiche eine Aufgabe gemeinsam: säubern, säubern, säubern! …

Am einfachsten war der Tausch bei dem Bumper: der ist im Vergleich zu den anderen Komponenten recht groß und gut erreichbar. Der Austausch war dann auch leicht zu erledigen.
An den Scharnieren der Rückwand war der Tausch ebenfalls noch einfach: reinigen, lösen und entfernen der alten Dichtungen. Anschließend nochmal säubern und danach kamen die Ersatzdichtungen hinein.

„Das ging ja recht flott!“ war mein Gedanke zu diesem Zeitpunkt – nicht ahnend, was noch auf mich zukommen sollte. Diese kleinen Schlitze sollten sich wahrhaftig als eine Herausforderung für meine Fingerfertigkeit erweisen. Oder wie mein Sohn früher beim Spielen auf seiner Nintendo Konsole sagte: „Da ist der Endgegner!„
Es waren diese kleinen 1mm breiten Streifen, die noch zu verlegen waren. Auf der Rückseite haben diese eine Folie zum abziehen, um den Klebstoff für die Haftung der Dichtungen freizulegen, damit alles beim Öffnen der Rückwand an Ort und Stelle bleibt. Sobald ich die ersten Millimeter eingelegt hatte wurde mir bewusst, wie filigran diese Aufgabe war: Denn kaum gelangte etwas von der klebrigen Seite beim Verlegen rechts oder links an die Wand der Vertiefung, so verdrehte sich das Band und plötzlich war alles andere als die Rückseite auf dem Boden des Schlitzes angekommen. Auch wenn der erste Eindruck gut aussah: die klebrige Teile an der Seite hatten sich als Problem beim Schließen und Öffnen der Rückwand herausgestellt,, denn jedesmal pappte sich an der Rückwand ein kleiner Abschnitt fest, der dann beim Öffnen etwas herausgerissen wurde.

So hatte ich mir das definitiv nicht vorgestellt. Aber ich war ja im Urlaub, hatte Zeit und war entspannt. Beste Voraussetzungen für, um es geduldig weiter zu probieren. Ein Versuch folgte auf den nächsten, die verfügbaren Streifen wurden immer weniger … Die Ergebnisse wurden zwar bei jedem Versuch besser, aber so richtig gut war es am Ende nicht. Und am Ende war der Vorrat an Streifen aufgebraucht.
Kurzum: ich hatte in dem Moment Filme – aber eine Kamera, die mutmaßlich alles andere als lichtdicht war. Der Reiz zu Fotografieren war zweifelsohne groß – also was tun?
Als erstes hab ich dann nochmal ein Lichtdichtungsset bestellt. Ich vermutete, das es so eine Woche brauchen würde, bis es im Ferienhaus ankommen würde. Aber bis dahin musste doch etwas anderes möglich sein ….
Nach etwas Recherche im Internet hatte ich dann auch den Hinweis auf Wolle gefunden. Ja genau, ganz handelsübliche Strickwolle! Beim nächsten Einkauf landete ein Knäuel im Einkaufswagen, dann wurden ein paar Fäden verdrillt und in die Spur gelegt. Der erste Eindruck: das scheint wirklich abzudichten!

Beim Öffnen der Rückklappe zog es zwar manchmal das Garn etwas heraus – aber wenn ein Film eingelegt ist, dann öffnet man die Klappe ja nicht gleich wieder. Sollte ich den Versuch also wagen?
JA!!

Gesagt getan, die Filmpackung wurde geöffnet, die Rolle aus der Schutzfolie genommen und dann wurde der erste Lomochrome Metropolis eingelegt, der Film über die Rückwand gelegt und auf die Spule gesteckt. Den Verschluss anschließend etwas gespannt, um den Film leicht einzurollen. Dann wurde der Verschluss geschlossen und der Hebel ganz durchgezogen: das Rad an der Filmpatrone drehte sich mit, der Aufnahmezähler zählte eins weiter und die ganze Mechanik funktionierte! „Klack!“ – einmal ausgelöst und wieder gespannt – es war ein so schönes Geräusch und ein wunderschöner Moment!
Meine analoge fotografische Reise konnte nun wieder beginnen – und das mit meiner einer alten Kamera aus Teenagerzeiten! Natürlich war das für mich etwas ganz besonderes!
Eine gute Woche später war dann auch tatsächlich das zweite Lichtdichtungsset angekommen. Mit der Erfahrung vom ersten Versuch gelang es mir nun deutlich besser, die feinen klebrigen Streifen einzulegen und am Ende war ich zufrieden mit dem Ergebnis. So legte ich dann einen Fujifilm Across ein – einen schwarz-weiß Film. Auch hier war ich von der Neugier getrieben, denn Ich verwende an meinen Fuji Kameras sehr gerne die Across Filmsimulation und mich interessiert sehr, ob und wie die analoge und digitale Variante sich im Ergebnis unterscheiden.
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