Wer „Earl Grey“ hört muss vermutlich im ersten Moment an einen Tee denken – vielleicht auch an einen Star Trek Captain aus den 80er & 90er Jahren, der gern ein Heißgetränk mit dieser Teesorte zu seinem Shakepeare Ausgaben genoss. Ich persönlich konnte mich auch bisher nie mit dieser Teesorte anfreunden – daher ist natürlich kein Wunder, das es hier nicht um den Tee, sondern um einen Film geht.
Ende Oktober bin im Lomgraphy Shop über das „Monochrome Duo“ gestolpert – eine Kombi aus zwei schwarz-weiß Filmen, jeweils in einer Metalldose verpackt. Der eine Film nennt sich „Lady Grey“ und hat eine Empfindlichkeit von ISO 400, der andere heitß „Earl Grey“ und kommt mit einer ISO Empfindlichkeit von 100 daher. Ich fand das Päckchen mit diesem engliischen Adel recht witzig, die Beispielbilder sahen interessant aus und daher hatte ich kurzerhand diese englischen Adel bestellt.
Es hat eine Zeit gedauert bis der erste der beiden Filme zum Einsatz kam. Seitdem kurz vor Weihnachten die Lomo MC-A bei mir ankam nehme ich sie gern einfach mal mit wenn ich unterwegs bin, da die Kamera einfach handlich und praktisch ist – aber dennoch auch einiges bietet. Den Earl Grey legte ich ein als mit dem Zug auf den Weg nach Norden zur Beerdigung meiner Patentante war, die leider viel zu früh verstorben ist. An dem Tag ging es früh auf die Reise, es hatte nochmal begonnen kräftig zu schneien und draußen war nochmal alles weiß. So machte ich das erste Bild mit „dem Earl“ bei einem Blick aus dem Fenster, auch meine erste Berührung mit dem Korn dieses Films. Es war auch das letzte Bild dieses Tages mit der Kamera – da anschließend dann die meine Gedanken und der Kopf weit weg von der Fotografie war.

Von der Beerdigung ging es am späten Nachmittag weiter nach Halle an der Saale zu meinem Sohn, wo ich übernachtetet und am nächsten morgen weiter ins Büro nach Leipzig fuhr. Als Bahn-viel-Fern-Fahrer drücke ich gern auch mal an Bahnhöfen auf den Auslöser – so wie an dem morgen, wo auch noch ein paar Schneereste vom Vortag zu sehen sind – erstaunlich wie schnell das wieder geschmolzen war:


In Leipzig gabs es Mitte Februar noch fast ein bisschen Weihnachtsmarkt-Feeling: beim „Leipziger Eistraum“ gab es neben dem Riesenrad noch eine schöne Eislaufbahn, die rege benutzt wurde. Und das ist natürlich ein guter Ort für eine kleine Stippvisite mit der Kamera.


In der folgenden Woche gingen die Temperaturen etwas höher, was in Erlangen zum Ende des Winters oft bedeutet, das die Regnitz über die Ufer tritt und den Wiesengrund überflutet. So war es auch in diesem Jahr der Fall. Die Bilder habe ich zur Mittagszeit aufgenommen, die Sonne stand hoch und die ziehenden Wolken erzeugten zeitweise eine dramatische Lichtstimmung. Mir gefallen die Kontraste, die der Film hier abbildet, sehr.



Am Tag drauf hab ich eine kleine Runde im nahen Wald gemacht. Beim ersten Bild wollte ich einfach mal schauen, ob ich mit der Lomo auch ein bisschen freistellen kann mit einem fest verbauten 32mm f2.8. Hat geklappt, denke ich mal:


Unser Sohn hat am ersten 1, März Geburtstag – ein guter Grund für einen Besuch vor Ort. Das Wetter an dem Tag war sonnig und so gut wie keine Wolken mit Temperaturen so 12-15 Grad aber manchmal mit einem kühlen Windstoss.
Hier ist auch wieder ein Blick vom Bahngleis in Halle, dieses mal aber in die entgegen gesetzte Richtung:

Direkt beim Bahnhof ist der Riebeckplatz – oben ein großes Drehkreuz für den Straßenverkehr an dem man sich auch schnell mal verfahren kann. Unten sind die Straßenbahnen unterwegs und Fussgänger:innen und Radfahrer:innen können problemlos den Platz queren. Mit dem Roller geht es natürlich auch:

Das der sonnige Tag schon für das erste Sonnenbad einlud was absolut verständlich:

…. oder eben auch für den ersten Genuss in einer Gelateria:

Hier war ich insbesondere interessiert, wie der Film mit Hell & Dunkel umgeht:

Vier Tage später gab es in Erlangen am Morgen nochmal Nebel im Wiesengrund. Also dort Fotos zu machen, das war ja mehr oder weniger ein „must do!“ 😉
Zunächst war die Sonne noch sehr tief – fast unter dem Horizont. Die Stimmung wirklich wie im November:




Das geht dann auch mal gegen die Sonne, die hier leicht durch den Turm verdeckt ist:


Auf dem Heimweg hatte ich am Rande der nahegelegenen Hauptstraße noch den Zonenfokus probiert – aber ich hab mich mit dem Abstand der Krokusse doch etwas verschätzt. ( Da hatte ich dann mit meiner Digitalen etwas mehr Glück …)

Zum Abschluss noch mein Lieblingsbild aus dieser Filmrolle – aufgenommen beim Leipziger Eistraum:

Und wie gefällt mir nun der „Earl Grey“? Also ich mag den zwar immer noch nicht so gern in der Tasse – aber als Film gefällt er mir sehr gut. Dramatik kann der Film liefern mit schönen Kontrasten. Das Korn kommt auf die Umgebung an – ist es sehr hell, dann gefällt es mir nicht immer 100%. Aber ich bin mir sicher, das ich den englischen Adligen bestimmt wieder einlegen werde.
Ganz herzlichen Dank für Deine Aufmerksamkeit und das ich mit Dir meine Erinnerungen teilen konnte. Es war mir wie immer in Vergnügen!
Klaus

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